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Über Enzyme und den ph-Wert: Einblicke in biologische Forschung im IB-Diplom-Programm. Dr. Bernd Juen (GIB-Koordinator)

In unserem zweiten Bericht über angewandte Forschung im Biologieunterricht im Diplom-Programm besuchte GIB-Koordinator Dr. Bernd Juen den Laborunterricht von Herrn Düsterbeck und unserer Schülerin Xenia aus der 12. Klasse.

Immer wieder hört man beispielsweise in der Werbung, dass gewisse Pflegeprodukte keinen schädlichen Einfluss auf die Haut haben, weswegen man sie ohne Bedenken kaufen kann. Aber der ph-Wert hat auch Auswirkungen auf unsere Enzyme. Das heißt, dass er uns dabei hilft herauszufinden, unter welchen Temperaturen man Medikamente lagern kann und unter welchen nicht. Doch warum ist das so?

Unsere GIB-Schülerin Xenia Wilke kennt die Antwort: „pH-Wert, Temperatur und andere Faktoren haben verschiedene Auswirkungen auf die Funktion von Enyzmen. Mittels Pufferlösungen, die ich im Unterricht herstelle, überprüfe ich die Auswirkungen des pH Werts auf enzymatische Reaktionen. Bei Pufferlösungen geht es darum, die richtigen Volumenanteile verschiedener Lösungen zu vermischen um einen gewünschten pH-Wert zu erzielen.“

Stefan Düsterbeck ergänzt dazu: „Die Arbeit mit Enzymen und dem ph-Wert ist auch essentiell in medizinischen Labors. Genauso können wir mit den genannten Untersuchungen herausfinden, unter welchen Temperaturbedingungen wir etwa Impfstoffe oder Medikamenten haltbar machen können, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren.“

Die Ausführungen von Herrn Düsterbeck und unserer Xenia zeigen nicht nur, wie praxisorientiert Biologie-Unterricht im GIB ist, sie zeigen auch, wie verzahnt die Fächer sind. Denn wenn unsere Xenia im Labor forscht, arbeitet sie mit quantifizierbaren Methoden immer auch mathematisch, sie verwendet ganz im Sinne der Erkenntnistheorie induktive und deduktive Methoden, analysiert und synthetisiert Stoffe, erforscht Ursachen und Wirkungen. Und ganz nebenbei bekommt sie ein Gefühl dafür, wie sich Dr. Faust — ganz gleich ob bei Goethe oder Marlowe — in all seinen Jahren im Labor gefühlt haben muss: extrem klug, aber auch gelangweilt, weil er im Gegensatz zu unseren GIB-Schülerinnen immer nur beim Forschen war und wenig erlebte. Ein solches Lernerlebnis hatten unsere Xenia und die Mädchen der 11. Klasse letztens, als sie im Theater von Bulgakov „Der Meister und die Margarita“ sahen. Doch darüber berichten wir später...

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