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Geschichte interaktiv: Tag der Befreiung Leningrads

Am 27. Januar — passend zum 78. Jahrestag der Befreiung Leningrads — fand an der Deutschen Schule St. Petersburg ein interaktiver Workshop zur Geschichte der Blockade statt. Durchgeführt wurde er vom Deutsch-Russischen Begegnungszentrum, welches man am besten wie folgt beschreiben kann: Es ist „ein Stück deutscher Kultur, ein Zentrum“ der Stadt und fungiert zum Deutschlernen genauso wie als Jugendklub, didaktisches Zentrum, Treffpunkt für die Petersburger Deutschen und historische Forschungen.

Genau der letztgenannte Punkt — „historische Forschungen“ — hat das Begegnungszentrum zu uns an die Schule geführt. Denn im Rahmen des Projektes „Humanitäre Geste“ werden an Schulen und Bildungseinrichtungen Workshops zur Zeit der Leningrader Blockade angeboten. Das Projekt geht auf eine Initiative des ehemaligen deutschen Außenministers Heiko Maas und seines russischen Amtskollegen Sergeij Lawrow zurück. Es soll die Aussöhnung der beiden Völker nach dem Zweiten Weltkrieg bzw. nach dem Großen Vaterländischen Krieg unterstreichen und die deutsch-russische Freundschaft festigen.

Während ein Element der „Humanitären Geste“ die Modernisierung eines Krankenhauses für Kriegsveteranen war, findet sich das andere darin, Begegnungen zwischen Menschen aus Deutschland und Russland zu ermöglichen und sich auch mit der Geschichte der Blockade intensiv auseinanderzusetzen. Der Workshop bewusst am Tag der Befreiung Leningrads abgehalten und fand im Rahmen des Geschichtsunterrichts statt. Mit dabei waren die Klassen 8 bis 10 sowie die 11. Klasse, die das Gemischtsprachige International Baccalaureate (kurz: GIB) im Rahmen des IB-Diplomprogramms absolviert.

Im Rahmen des hybrid abgehaltenen Online-Moduls (einige Schüler:innen waren online zugeschaltet, andere waren vor Ort) haben die Jugendlichen in einer ersten Phase die Blockade Leningrads, wie St. Petersburg von 1924 bis 1991 hieß, besprochen. Der Fokus lag darauf, das Leid, das der Zivilbevölkerung angetan wurde, anhand von Bildquellen sowie auf Basis von Statistiken zu Lebensmittelrationen und deren Zusammensetzung zu veranschaulichen.

Um das, was damals geschah, noch plastischer zu machen, haben die Jugendlichen in der zweiten Phase des Workshops Zeitzeugenberichte von Menschen gelesen, die die Blockade miterlebt und überlebt hatten.

Die Schüler:innen lasen in Gruppen zunächst die Texte und formten aus den Berichten der Blockadeüberlebenden, die auf Russisch Blokadniki genannt werden, Steckbriefe. Diese Steckbriefe wurden dann dem Plenum vorgestellt.

Den Jugendlichen imponierte am meisten, wie hoffnungsvoll und zuversichtlich diese Menschen trotz all dem Leid, das sie erfuhren, stets geblieben sind.

Sowohl die Schüler:innen als auch die beteiligten Lehrkräfte und die Schulleitung sind mit dem Workshop sehr zufrieden und empfinden das Format als pädagogisch hoch wertvoll.

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