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Geschichte und Gegenwart der DSP

Geschichte der Schule

Die DSP ist eine junge Schule. Sie wurde im Jahr 2009 gegründet und durch eine privaten Trägerschaft mit Unterstützung des deutschen Generalkonsulats binnen kurzer Zeit ins Leben gerufen. Die Schule steht in der Tradition der jahrhundertelangen intensiven Beziehungen zwischen Russland und Deutschland in den Bereichen Bildung und Wissenschaft.

Im ersten Schuljahr 2009/2010 betreuten 10 Lehrer gerade einmal 17 Schüler. Die Schule entwickelte sich sehr dynamisch. Im Schuljahr 2013/2014 waren es bereits 79 Schülerinnen und Schüler. Zur Zeit sind es ca. 115 Schüler. Schon früh fand auch der gleichzeitige Aufbau von Grundschule, Realschule und Gymnasium statt. 

Im Jahr 2018 erhielt die DSP das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“.

Ihr erstes Domizil hatte die Schule auf der Wassiljewski Insel. Im Sommer 2019 konnte die DSP in ein größeres, zentral gelegenes Gebäude auf der Petrograder Seite mit guter Metroanbindung umziehen. Der 1937 im neoklassizistischen Stil errichtete Baukörper bietet 3700 qm Nutzfläche. Nach einem Umbau verfügt die Schule nun über ein neues naturwissenschaftliches Labor, über einen zeitgemäßen IT-Raum sowie weitere Fachräume auf neuestem technischem Stand.

Die DSP arbeitet intensiv mit der Deutschen Schule Moskau zusammen. Die Träger der Schulen, die beiden Schulvereine, haben sich im Frühjahr 2020 zum Deutschen Schul- und Kindergartenverein Russland (DSKVR) zusammengeschlossen.

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Namensgebung “Daniil Granin Begegnugsschule”

2021 erhält die Schule den Namen „Daniil Granin Begegnungsschule“. Daniil Granin symbolisiert wie kein anderer die Aussöhnung unserer beider Länder. Dank seiner schriftstellerischen Tätigkeit bleibt die Leningrader Blockade im kollektiven Gedächtnis auch der nächsten Generationen erhalten.
Die Deutsche Schule St.Petersburg ist mehr als eine Schule. Auch sie hat Symbolkraft.

Als Begegnungsschule verbindet sie die Kulturen unserer beider Länder und leistet ihren Beitrag zum Dialog, was gerade auch in der aktuellen Zeit wieder sehr wichtig geworden ist. Daniil Granin hat mitgeholfen die Brücke zu bauen, auf der unsere Schülerinnen und Schüler sich ihr Wissen aneignen.

Aus diesen Gründen haben Vorstand, Schulleitung und Generalkonsulat entschieden, dass die Deutsche Schule St.Petersburg künftig den Zusatz “Daniil Granin Begegnungsschule” tragen soll.

Walter Denz
Vorstandsvorsitzender

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Daniil Granin: Vergeben ohne zu vergessen

„Hier und heute (…) versetze ich mich nur sehr ungern (…) in die Gefühle des Soldaten zurück, der ich damals war. Es ist mir unangenehm. Irgendwie verspüre ich den Wunsch, meine Erinnerungen zu glätten, aber ich werde ihm nicht nachgeben, weil ich meine, dass Sie mich eingeladen haben, um die Wahrheit zu hören, die Wahrheit ohne Retusche oder Übertreibungen.“ 

So leitete Daniil Granin, russischer Schriftsteller und Chronist der Schicksale der Bewohner des belagerten Leningrads, seine Rede vor dem Deutschen Bundestag am 27. Januar 2014 ein.

Der 1919 Geborene verbrachte Kindheit und Jugend in Leningrad. Mit Ausbruch des Krieges 1941 meldete er sich als Freiwilliger zur Leningrader Front. Die anfängliche Begeisterung wich schnell der Ernüchterung angesichts der Schrecken des Krieges. In seinem literarischen Werk verarbeitete Granin seine Kriegserfahrungen und das Schicksal seiner Heimatstadt, die heute wieder Sankt Petersburg heißt.

Trotz der Erlebnisse des Krieges und der Aushungerung seiner Stadt durch die Nazis gelang es Granin, der schon als Schüler Deutsch gelernt hatte, sich in den Jahren nach dem Krieg wieder auf Deutschland und die Deutschen zuzubewegen.

Die Summe des Erlebten und Erfahrenen verdichtete sich für Granin zu einem zutiefst humanistischen Weltbild. Als einer der ersten Schriftsteller des neuen Russland richtete Granin die Aufmerksamkeit auf das Thema der Wohltätigkeit und Barmherzigkeit. Die Aussöhnung mit dem ehemaligen Kriegsgegner Deutschland wurde ihm zur Herzensangelegenheit. Bis ins hohe Alter bewahrte er sich eine erfrischende Einfachheit im Umgang mit anderen Menschen, Neugier, Aufgeschlossenheit und einen Sinn für Humor. 

Daniil Granin verstarb am 7. Juli 2017 in Sankt Petersburg. 


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